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<title>Privatklage</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Privatklage</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Privatklage</b> bietet im <a href="Deutschland" title="Deutschland">deutschen</a> <a href="Strafprozessrecht" title="Strafprozessrecht">Strafprozessrecht</a> dem <a href="Verletzter_(Strafprozessrecht)" title="Verletzter (Strafprozessrecht)">Verletzten</a> die Möglichkeit, die <a href="Anklage" title="Anklage">Anklage</a> einer <a href="Straftat_(Deutschland)" class="mw-redirect" title="Straftat (Deutschland)">Straftat</a> auch ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft vor dem Strafgericht des <a href="Amtsgericht" title="Amtsgericht">Amtsgerichts</a> zu erheben. Dadurch hat er die Möglichkeit, selbst die Anklage bei solchen Straftatbeständen zu erheben, bei denen die <a href="Staatsanwaltschaft" title="Staatsanwaltschaft">Staatsanwaltschaft</a> nur bei <a href="%C3%96ffentliches_Interesse" title="Öffentliches Interesse">öffentlichem Interesse</a> an der Strafverfolgung die Anklage erhebt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StPO&amp;a=376">§&nbsp;376</a><span style="display:none"></span></span> <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">Strafprozessordnung</a>; Privatklagedelikte, siehe <a href="#Übersicht_der_Privatklagedelikte">Übersicht</a> unten).
</p><p>Eine Privatklage darf nicht mit einer Klage nach dem <a href="Privatrecht" title="Privatrecht">Privatrecht</a>, wie etwa einer Klage auf <a href="Schadensersatz" title="Schadensersatz">Schadensersatz</a>, verwechselt werden.
</p><p>Die Privatklage ist im ersten Abschnitt des Fünften Buches in den <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StPO&amp;a=374-394">§§&nbsp;374–394</a><span style="display:none"></span></span> der <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">Strafprozessordnung</a> (StPO) geregelt. Im Übrigen gelten die anderen Vorschriften der StPO entsprechend, sofern in den §§ 374–394 StPO nichts Besonderes geregelt ist. Mit der Privatklage besteht keine Bindung an das <a href="Legalit%C3%A4tsprinzip_(Strafrecht)" title="Legalitätsprinzip (Strafrecht)">Legalitätsprinzip</a> mehr. Es steht dem Privatklageberechtigten frei, ob er Klage erhebt. In den <a href="RiStBV" class="mw-redirect" title="RiStBV">RiStBV</a> ist in <span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN101">Nr. 87</a><span style="display:none"></span></span></span> Näheres zur Verweisung auf die Privatklage durch die Staatsanwaltschaft geregelt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zulässigkeit"><span id="Zul.C3.A4ssigkeit"></span>Zulässigkeit</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Allgemeines">Allgemeines</h3></div>
<p>Die Privatklage kann ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft betrieben werden. Sie steht im Gegensatz zur öffentlichen Klage. Die Privatklage ist aber nur für eine begrenzte Zahl (<a href="Enumerationsprinzip" title="Enumerationsprinzip">Enumerationsprinzip</a>) von Straftaten statthaft. Diese Straftaten dürfen nicht in <a href="Tateinheit" title="Tateinheit">Tateinheit</a> mit einem <a href="Offizialdelikt_(Deutschland)" title="Offizialdelikt (Deutschland)">Offizialdelikt</a> stehen. Die einschlägigen Straftaten sind in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StPO&amp;a=374">§&nbsp;374</a><span style="display:none"></span></span> StPO aufgelistet (siehe <a href="#Übersicht_der_Privatklagedelikte">Übersicht</a> unten).
</p><p>Klageberechtigt ist stets nur der Verletzte oder derjenige, auf den das <a href="Antragsrecht" title="Antragsrecht">Antragsrecht</a> nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StGB/77.html">§&nbsp;77</a></span> Abs. 2 StGB übergegangen ist. Der Kläger muss jedoch <a href="Prozessf%C3%A4higkeit_(Recht)" title="Prozessfähigkeit (Recht)">prozessfähig</a> sein. Fehlt diese Eigenschaft, so kann nur der <a href="Gesetzlicher_Vertreter" class="mw-redirect" title="Gesetzlicher Vertreter">gesetzliche Vertreter</a> (Eltern bzw. Betreuer) Privatklage erheben. Im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes sind auch gewerbliche Interessenverbände klageberechtigt. Bei bestimmten Antragsdelikten sind nur die Dienstvorgesetzten zur Erhebung der Klage berechtigt.
</p><p>Unzulässig ist die Privatklage gegen Personen, die zur Tatzeit Jugendliche waren, unter Umständen erhebt in diesen Fällen der Staatsanwalt Anklage (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/JGG/80.html">§&nbsp;80</a></span> Abs. 1 <a href="Jugendgerichtsgesetz_(Deutschland)" title="Jugendgerichtsgesetz (Deutschland)">JGG</a>). Außerdem ist eine Privatklage nicht gegen Exterritoriale (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=GVG&amp;a=18-20">§§&nbsp;18–20</a><span style="display:none"></span></span> GVG) sowie gegen Mitglieder des Land- oder Bundestags möglich, wenn keine Erlaubnis des Parlaments besteht. Zulässig ist die Prozessvertretung durch Rechtsanwälte. Der Angeklagte im Privatklageverfahren kann einen Verteidiger hinzuziehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sühneversuch"><span id="S.C3.BChneversuch"></span>Sühneversuch</h3></div>
<p>Für die Delikte nach §§ 123, 185–189, 202, 223, 229, 241 und 303 StGB (vgl. <a href="#Übersicht_der_Privatklagedelikte">Übersicht</a> unten) ist vor Erhebung der Klage der <a href="S%C3%BChneverfahren" title="Sühneverfahren">Versuch der Sühne</a> vor einer Vergleichsstelle <b>zwingend</b> erforderlich. Erst wenn der Sühneversuch gescheitert ist, darf dann die Privatklage erhoben werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__380.html">§&nbsp;380</a></span> StPO). Die Vergleichsstellen sind in der Regel die <a href="Schiedsamt" class="mw-redirect" title="Schiedsamt">Schiedsämter</a>. Schon aus diesem Grund ist die Privatklage in Deutschland sehr selten. Es wurde mehrfach diskutiert, die Privatklage mangels nennenswerter Relevanz abzuschaffen.
</p><p>Die Privatklage muss schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle bei Gericht eingelegt werden. Die Klage muss den Sachverhalt und den Täter bezeichnen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Strafantrag">Strafantrag</h3></div>
<p>Oftmals sind Privatklage- zugleich <a href="Antragsdelikt" title="Antragsdelikt">Antragsdelikte</a>, so dass auch ein <a href="Strafantrag_(Deutschland)" title="Strafantrag (Deutschland)">Strafantrag</a> nötig sein kann.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-KKRn5_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-KKRn5-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Während beim <a href="Absolutes_Antragsdelikt" class="mw-redirect" title="Absolutes Antragsdelikt">absoluten Antragsdelikt</a> die Verfolgung ohne Antrag ausgeschlossen ist, gleicht beim <a href="Antragsdelikt#Bedingtes_Antragsdelikt,_unechtes_Antragsdelikt,_relatives_Antragsdelikt_nach_BGH" title="Antragsdelikt">relativen (oder auch bedingtem) Antragsdelikt</a> ein etwaiges <a href="Besonderes_%C3%B6ffentliches_Interesse" title="Besonderes öffentliches Interesse">besonderes öffentliches Interesse</a> den Mangel eines fehlenden Antrags aus.
</p><p>Die folgende Tabelle verdeutlicht die Konsequenz besonderen und einfachen öffentlichen Interesses bzw. dessen Fehlens für die Erhebung der öffentlichen Klage (öK) bei Antrags- und Privatklagedelikten.
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<th>Delikt</th>
<th>Beispiel</th>
<th>besonderes<br>öffentliches<br>Interesse</th>
<th>einfaches<br>öffentliches<br>Interesse</th>
<th>kein<br>öffentliches<br>Interesse
</th></tr>
<tr>
<td>absolutes Antragsdelikt</td>
<td><a href="Haus-_und_Familiendiebstahl" title="Haus- und Familiendiebstahl">Haus- und Familiendiebstahl</a></td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td class="hintergrundfarbe5">
</td></tr>
<tr>
<td>relatives Antragsdelikt</td>
<td>Diebstahl und Unterschlagung <a href="Geringwertige_Sache" title="Geringwertige Sache">geringwertiger Sachen</a></td>
<td>+ öK möglich</td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td class="hintergrundfarbe5">
</td></tr>
<tr>
<td>Privatklagedelikt</td>
<td><a href="N%C3%B6tigung_(Deutschland)" title="Nötigung (Deutschland)">Nötigung</a> i.&nbsp;S.&nbsp;d. §&nbsp;240 Abs.&nbsp;1–3 StGB, <a href="Bedrohung" title="Bedrohung">Bedrohung</a></td>
<td>+ öK möglich</td>
<td>+ öK möglich</td>
<td>- keine öK
</td></tr>
<tr>
<td>absolutes Antrags- und Privatklagedelikt</td>
<td><a href="Hausfriedensbruch_(Deutschland)" title="Hausfriedensbruch (Deutschland)">Hausfriedensbruch</a>, <a href="Beleidigung_(Deutschland)" title="Beleidigung (Deutschland)">Beleidigung</a></td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td>- keine öK
</td></tr>
<tr>
<td>relatives Antrags- und Privatklagedelikt</td>
<td><a href="K%C3%B6rperverletzung_(Deutschland)" title="Körperverletzung (Deutschland)">Körperverletzung</a>, <a href="Sachbesch%C3%A4digung" title="Sachbeschädigung">Sachbeschädigung</a></td>
<td>+ öK möglich</td>
<td>öK abhängig von Strafantrag</td>
<td>- keine öK
</td></tr></tbody></table>
<p>Auch bei einem Privatklagedelikt, das zugleich Antragsdelikt ist, und bei dem kein öffentliches Interesse besteht, bedarf es also eines fristgerechten (3 Monate ab Kenntniserlangung, siehe <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&amp;a=77b">§&nbsp;77b</a><span style="display:none"></span></span> StGB) und wirksamen (siehe <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stpo&amp;a=158">§&nbsp;158</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 2 StPO zur Form und zu den Berechtigten <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&amp;a=77">§&nbsp;77</a><span style="display:none"></span></span> StGB) Strafantrags.
</p><p>In der Erhebung der Privatklage liegt zugleich die Stellung eines Strafantrags.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-KKRn5_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-KKRn5-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Übersicht_der_Privatklagedelikte"><span id=".C3.9Cbersicht_der_Privatklagedelikte"></span>Übersicht der Privatklagedelikte</h2></div>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<th>Privatklagedelikt<br>(<span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://lexetius.com/StPO/374">§ 374</a><span style="display:none"></span></span></span> <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">StPO</a>)</th>
<th>Sühneversuch<br>(<span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://lexetius.com/StPO/380">§ 380</a><span style="display:none"></span></span></span> StPO)</th>
<th>Antragsdelikt<br>(<span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://lexetius.com/StGB/77">§ 77</a><span style="display:none"></span></span></span> <a href="Strafgesetzbuch_(Deutschland)" title="Strafgesetzbuch (Deutschland)">StGB</a>)
</th></tr>
<tr>
<td><a href="Hausfriedensbruch_(Deutschland)" title="Hausfriedensbruch (Deutschland)">Hausfriedensbruch</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&amp;a=123">§&nbsp;123</a><span style="display:none"></span></span> StGB)</td>
<td>ja</td>
<td>absolut (Abs. 2)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Beleidigung_(Deutschland)" title="Beleidigung (Deutschland)">Beleidigungsdelikte</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&amp;a=185-189">§§&nbsp;185–189</a><span style="display:none"></span></span> StGB; vgl. <span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN256">Nr. 229</a><span style="display:none"></span></span></span> RiStBV)</td>
<td>ja</td>
<td>absolut (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=194">§&nbsp;194</a><span style="display:none"></span></span> StGB; Ausnahmen)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Verletzung_des_h%C3%B6chstpers%C3%B6nlichen_Lebensbereichs_durch_Bildaufnahmen" class="mw-redirect" title="Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen">Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StGB&amp;a=201a">§&nbsp;201a</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 und 2 StGB)</td>
<td>nein</td>
<td>relativ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=205">§&nbsp;205</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 Satz 2 StGB)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Verletzung_des_Briefgeheimnisses" title="Verletzung des Briefgeheimnisses">Verletzung des Briefgeheimnisses</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=202">§&nbsp;202</a><span style="display:none"></span></span> StGB)</td>
<td>ja</td>
<td>absolut (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=205">§&nbsp;205</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 Satz 1 StGB)
</td></tr>
<tr>
<td>einfache vorsätzliche oder fahrlässige <a href="K%C3%B6rperverletzung_(Deutschland)" title="Körperverletzung (Deutschland)">Körperverletzung</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=223">§§&nbsp;223</a><span style="display:none"></span></span>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=229">229</a><span style="display:none"></span></span> StGB); nicht bei <a href="Kindesmisshandlung" title="Kindesmisshandlung">Kindesmisshandlung</a> (<span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN261">Nr. 235</a><span style="display:none"></span></span></span> Abs. 2 RiStBV)</td>
<td>ja</td>
<td>relativ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=230">§&nbsp;230</a><span style="display:none"></span></span> StGB)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="N%C3%B6tigung_(Deutschland)" title="Nötigung (Deutschland)">Nötigung</a> [außer besonders schwere Fälle] (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=240">§&nbsp;240</a><span style="display:none"></span></span> Absatz 1 bis 3 StGB)</td>
<td>nein</td>
<td>nein
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Bedrohung" title="Bedrohung">Bedrohung</a> [außer wenn öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines <a href="Inhalt" title="Inhalt">Inhalts</a> begangen] (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=241">§&nbsp;241</a><span style="display:none"></span></span> Absatz 1 bis 3StGB)</td>
<td>ja</td>
<td>nein (Ausnahme, wenn angedrohte Tat Antragsdelikt ist)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Bestechlichkeit_und_Bestechung_im_gesch%C3%A4ftlichen_Verkehr" title="Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr">Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=299">§&nbsp;299</a><span style="display:none"></span></span> StGB)</td>
<td>nein</td>
<td>relativ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=301">§&nbsp;301</a><span style="display:none"></span></span> StGB)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Sachbesch%C3%A4digung" title="Sachbeschädigung">Sachbeschädigung</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=303">§&nbsp;303</a><span style="display:none"></span></span> StGB)</td>
<td>ja</td>
<td>relativ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=303c">§&nbsp;303c</a><span style="display:none"></span></span> StGB)
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Vollrausch" title="Vollrausch">Vollrausch</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=stgb&amp;a=323a">§&nbsp;323a</a><span style="display:none"></span></span> StGB), wenn die im Rausch begangene Tat ein oben genanntes Vergehen ist</td>
<td>s. oben</td>
<td>s. oben (Abs. 3)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=uwg&amp;a=16">§&nbsp;16</a><span style="display:none"></span></span> <a href="Gesetz_gegen_den_unlauteren_Wettbewerb" title="Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb">UWG</a> (vgl. <span class="-print"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/RiStBV-NN289">Nr. 260</a><span style="display:none"></span></span></span> RiStBV)</td>
<td>nein</td>
<td>nein
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=geschgehg&amp;a=23">§&nbsp;23</a><span style="display:none"></span></span> <a href="Gesetz_zum_Schutz_von_Gesch%C3%A4ftsgeheimnissen" title="Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen">GeschGehG</a></td>
<td>nein</td>
<td>relativ (Abs. 8)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftaten nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=patg&amp;a=142">§&nbsp;142</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Patentgesetz_(Deutschland)" title="Patentgesetz (Deutschland)">PatG</a>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=gebrmg&amp;a=25">§&nbsp;25</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Gebrauchsmustergesetz" title="Gebrauchsmustergesetz">GebrMG</a>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=halblschg&amp;a=10">§&nbsp;10</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Halbleiterschutzgesetz" title="Halbleiterschutzgesetz">HalblSchG</a>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=sortschg_1985&amp;a=39">§&nbsp;39</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Sortenschutzgesetz_(Deutschland)" title="Sortenschutzgesetz (Deutschland)">SortSchG</a></td>
<td>nein</td>
<td>relativ (jeweils Abs. 4)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=markeng&amp;a=143">§&nbsp;143</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=markeng&amp;a=143a">§&nbsp;143a</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Markengesetz" title="Markengesetz">MarkenG</a></td>
<td>nein</td>
<td>relativ (§ 143 Abs. 4 MarkenG)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=markeng&amp;a=144">§&nbsp;144</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 und 2 <a href="Markengesetz" title="Markengesetz">MarkenG</a></td>
<td>nein</td>
<td>nein
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=designg&amp;a=51">§&nbsp;51</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 und <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=designg&amp;a=65">§&nbsp;65</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 <a href="Designgesetz" title="Designgesetz">DesignG</a></td>
<td>nein</td>
<td>relativ (§ 51 Abs. 4 DesignG)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=urhg&amp;a=106–108">§§&nbsp;106 bis 108</a><span style="display:none"></span></span> sowie <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=urhg&amp;a=108b">§&nbsp;108b</a><span style="display:none"></span></span> Abs. 1 und 2 <a href="Urheberrechtsgesetz_(Deutschland)" title="Urheberrechtsgesetz (Deutschland)">UrhG</a></td>
<td>nein</td>
<td>relativ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=urhg&amp;a=109">§&nbsp;109</a><span style="display:none"></span></span> UrhG)
</td></tr>
<tr>
<td>Straftat nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=kunsturhg&amp;a=33">§&nbsp;33</a><span style="display:none"></span></span> <a href="Gesetz_betreffend_das_Urheberrecht_an_Werken_der_bildenden_K%C3%BCnste_und_der_Photographie" title="Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie">KunstUrhG</a></td>
<td>nein</td>
<td>absolut (Abs. 2)
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verfahren">Verfahren</h2></div>
<p>Das Privatklageverfahren beginnt mit Einreichung einer <a href="Anklageschrift" title="Anklageschrift">Anklageschrift</a> des <a href="Verletzter_(Strafprozessrecht)" title="Verletzter (Strafprozessrecht)">Verletzten</a> bei Gericht (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__381.html">§&nbsp;381</a></span> StPO), die neben dem <a href="Anklagesatz" title="Anklagesatz">Anklagesatz</a> auch die Beweismittel und das wesentliche Ergebnis der Ermittlungen enthalten muss, die eine Verurteilung rechtfertigen sollen. Außerdem müssen die dem Beschuldigten voraussichtlich erwachsenden Kosten, etwa für dessen anwaltliche Vertretung und die Gerichtskosten vorgeschossen werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__379.html">§&nbsp;379</a></span>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__379a.html">§&nbsp;379a</a></span> StPO). Eine anwaltliche Vertretung des Verletzten ist nicht notwendig. Als Ausnahme vom staatlichen Anklagemonopol durch die Strafverfolgungsbehörden wie insbesondere der Staatsanwaltschaft ist das Verfahren insoweit als adversatorischer <a href="Parteiprozess" title="Parteiprozess">Parteiprozess</a> ausgestaltet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Sind mehrere zur Privatklage berechtigt, so können sie diese unabhängig voneinander erheben (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StPO/375.html">§&nbsp;375</a></span> StPO). Nach Erhebung der Privatklage durch einen Berechtigten können die übrigen Berechtigten der Klage beitreten. Die Staatsanwaltschaft ist zur Mitwirkung in dem Privatklageverfahren nicht verpflichtet. Sie kann jedoch (auch durch Vorlage der Akten des Gerichts) das Verfahren jederzeit bis zum Eintritt der <a href="Rechtskraft_(Deutschland)" title="Rechtskraft (Deutschland)">Rechtskraft</a> des Urteils übernehmen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StPO/377.html">§&nbsp;377</a></span> StPO).
</p><p>Das Gericht entscheidet nach Anhörung des Beschuldigten, ob es das <a href="Hauptverfahren" title="Hauptverfahren">Hauptverfahren</a> eröffnet, die Privatklage zurückweist oder das Verfahren wegen geringer Schuld des Täters <a href="Einstellung_des_Strafverfahrens_(Deutschland)" title="Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)">einstellt</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__383.html">§&nbsp;383</a></span> StPO). Das <a href="Strafprozessrecht_(Deutschland)#Hauptverfahren" title="Strafprozessrecht (Deutschland)">Hauptverfahren</a> verläuft im Wesentlichen wie nach Erhebung einer öffentlichen Klage durch den Staatsanwalt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__384.html">§&nbsp;384</a></span> StPO).
</p><p>Ergibt die Verhandlung, dass statt eines Privatklagedeliktes der Verdacht eines Nicht-Privatklagedeliktes vorliegt, stellt das Gericht das Verfahren durch Sachurteil ein (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__389.html">§&nbsp;389</a></span> Abs.&nbsp;1 StPO).
</p><p>Im Fall einer Verurteilung dürfen <a href="Ma%C3%9Fregeln_der_Besserung_und_Sicherung" class="mw-redirect" title="Maßregeln der Besserung und Sicherung">Maßregeln der Besserung und Sicherung</a> nicht angeordnet werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__384.html">§&nbsp;384</a></span> Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 StPO).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kosten">Kosten</h2></div>
<p>Es erwachsen die üblichen Kosten. Im Privatklageverfahren kann <a href="Prozesskostenhilfe" title="Prozesskostenhilfe">Prozesskostenhilfe</a> beantragt werden. Ein Gerichtskostenvorschuss wird fällig, außer bei Gewährung von Prozesskostenhilfe.
</p><p>Wird der Beschuldigte verurteilt, zahlt dieser im Allgemeinen die Verfahrenskosten, einschließlich die notwendigen Auslagen des Privatklägers (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__471.html">§&nbsp;471</a></span> Abs.&nbsp;1 StPO), und eine eventuell auferlegte <a href="Geldstrafe_(Deutschland)" title="Geldstrafe (Deutschland)">Geldstrafe</a> an den Staat. Wird der Beschuldigte nicht verurteilt, trägt normalerweise der Privatkläger die Verfahrenskosten und die notwendigen Auslagen des Beschuldigten (§&nbsp;471 Abs.&nbsp;2 StPO).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Besonderheiten">Besonderheiten</h2></div>
<p>Im Privatklageverfahren ist die <a href="Widerklage" title="Widerklage">Widerklage</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StPO/388.html">§&nbsp;388</a></span> StPO) zulässig. Dann muss wechselseitig ein Privatklagedelikt begangen worden sein. Auch für die Widerklage gelten die Vorschriften der Privatklage.
</p><p>Das Gericht kann gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StPO/383.html">§&nbsp;383</a></span> Abs. 2 StPO die Sache bei geringer <a href="Schuld_(Strafrecht)" title="Schuld (Strafrecht)">Schuld</a> <a href="Einstellung_des_Strafverfahrens_(Deutschland)" title="Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)">einstellen</a>, was in der Praxis der regelmäßige Ausgang von Privatklagesachen ist. Der Privatkläger hat in diesem Fall unter Umständen auch die Verteidigungskosten des Angeklagten zu tragen.
</p><p>Auch der Tod des Privatklägers führt zur Einstellung des Verfahrens durch Beschluss. Doch kann bei bestimmten Delikten wie Beleidigung oder vorsätzlicher Körperverletzung das Verfahren binnen 2 Monaten von nahen Angehörigen fortgesetzt werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__393.html">§&nbsp;393</a></span> Abs. 2, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__374.html">§&nbsp;374</a></span> Abs. 2 StPO, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__77.html">§&nbsp;77</a></span> Abs. 2 StGB).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsfolgen">Rechtsfolgen</h2></div>
<p>Die Rechtsfolgen erstrecken sich auf alle Rechtsfolgen der betroffenen Delikte. Zwar können sämtliche Sanktionen verhängt werden, <a href="Ma%C3%9Fregel_der_Besserung_und_Sicherung" title="Maßregel der Besserung und Sicherung">Maßregeln der Besserung und Sicherung</a> dürfen jedoch nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StPO/384.html">§&nbsp;384</a></span> StPO nicht verhängt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsmittel">Rechtsmittel</h2></div>
<p>Gegen die Urteile und Entscheidungen stehen dem Privatkläger die Rechtsmittel, die üblicherweise der Staatsanwaltschaft zustehen, zu. Im Gegensatz zum Staatsanwalt kann der Privatkläger Rechtsmittel jedoch nicht zugunsten des Angeklagten einlegen. Er kann ferner die <a href="Wiederaufnahme_des_Verfahrens" title="Wiederaufnahme des Verfahrens">Wiederaufnahme des Verfahrens</a> zuungunsten des Angeklagten beantragen. Ein Berufungs-/Revisionsantrag kann durch beide Prozessparteien erfolgen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=StPO&amp;a=296,391">§§&nbsp;296 und 391</a><span style="display:none"></span></span> Abs.&nbsp;2 StPO).
</p><p>Möglich sind schließlich noch die Klagerücknahme und die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Nach der Rücknahme der Klage darf sie jedoch nicht erneut erhoben werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Statistik">Statistik</h2></div>
<p>2018 wurden von den Staatsanwaltschaften 199.946 Verfahren durch Verweisung auf den Weg der Privatklage erledigt.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von den Amtsgerichten wurden dagegen im selben Zeitraum nur 320 Privatklagen erledigt (238 ohne Hauptverhandlung, 46 mit Hauptverhandlung, aber ohne Urteil, 36 mit Urteil); es gab 8 Berufungen (mit 2 Hauptverhandlungen) und keine Revision.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der Anwendungsbereich der Privatklage betraf ursprünglich nur Beleidigungen und Körperverletzungen (<a href="https://de.wikisource.org/wiki/Strafproze%C3%9Fordnung#§._414." class="extiw external" title="s:Strafprozeßordnung">§&nbsp;414</a> StPO 1877)<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und wurde durch das <i>Gesetz zur Entlastung der Gerichte</i> vom 11.&nbsp;März 1921<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> erheblich ausgedehnt. Der obligatorische Sühneversuch betraf ursprünglich nur die Beleidigung (<a href="https://de.wikisource.org/wiki/Strafproze%C3%9Fordnung#§._420." class="extiw external" title="s:Strafprozeßordnung">§&nbsp;420</a> StPO 1877) und wurde durch die <i>Verordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege</i> vom 4. Januar 1924<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ausgeweitet. Die Möglichkeit zur Einstellung bei geringer Schuld wurde durch die <a href="Notverordnung" title="Notverordnung">Notverordnung</a> vom 6.&nbsp;Oktober 1931<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aufgenommen. Bis 1998 zählte auch die <a href="Gef%C3%A4hrliche_K%C3%B6rperverletzung" title="Gefährliche Körperverletzung">gefährliche Körperverletzung</a> zu den Privatklagedelikten.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Österreich,_Liechtenstein"><span id=".C3.96sterreich.2C_Liechtenstein"></span>Österreich, Liechtenstein</h2></div>
<p>Zur Rechtslage in <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a> und <a href="Liechtenstein" title="Liechtenstein">Liechtenstein</a> siehe <a href="Privatanklagedelikt" title="Privatanklagedelikt">Privatanklagedelikt</a>. Privatanklagedelikt und <a href="Erm%C3%A4chtigungsdelikt_(%C3%96sterreich)" title="Ermächtigungsdelikt (Österreich)">Ermächtigungsdelikt</a> (bundesdeutsch: Antragsdelikt) schließen einander aus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schweiz,_DDR"><span id="Schweiz.2C_DDR"></span>Schweiz, DDR</h2></div>
<p>In der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a> gibt, in der <a href="DDR" class="mw-redirect" title="DDR">DDR</a> gab es keine rein private Strafverfolgung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a href="Bernd_Heinrich_(Rechtswissenschaftler)" title="Bernd Heinrich (Rechtswissenschaftler)">Bernd Heinrich</a>, Tobias Reinbacher: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02150500/2020/48-privatklageverfahren-2.pdf">Die Privatklage</a></i> Universität Würzburg, 2020</li>
<li>Tillmann Bartsch: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zjs-online.com/dat/artikel/2017_1_1077.pdf"><i>Bericht über einen Moribunden: Das Privatklageverfahren. Rechtliches, Rechtstatsächliches, Reform- und Zukunftsperspektiven – Teil 1</i></a> <a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_das_Juristische_Studium" title="Zeitschrift für das Juristische Studium">ZFS</a> 2017, S. 40–51; <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zjs-online.com/dat/artikel/2017_2_1101.pdf"><i>Teil 2</i></a> ZJS 2017, S. 167–175</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Marc_Wenske" title="Marc Wenske">Marc Wenske</a> in <i>Löwe/Rosenberg, Die Strafprozeßordnung und das Gerichtsverfassungsgesetz</i>. Herausgegeben von <a href="J%C3%B6rg-Peter_Becker" title="Jörg-Peter Becker">Jörg-Peter Becker</a>, <a href="Volker_Erb" title="Volker Erb">Volker Erb</a>, <a href="Robert_Esser" title="Robert Esser">Robert Esser</a>, <a href="Kirsten_Graalmann-Scheerer" title="Kirsten Graalmann-Scheerer">Kirsten Graalmann-Scheerer</a>, Hans Hilger, <a href="Alexander_Ignor" title="Alexander Ignor">Alexander Ignor</a>, 27. Auflage, Rn. 7 vor §&nbsp;374.</span>
</li>
<li id="cite_note-KKRn5-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-KKRn5_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-KKRn5_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Angelika_Allgayer" title="Angelika Allgayer">Angelika Allgayer</a> in <i>Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung.</i> Hrsg. vom Christoph Barthe und <a href="Jan_Gericke" title="Jan Gericke">Jan Gericke</a>, 9. Auflage, C.H.Beck, München 2023, StPO §&nbsp;374 Rn.&nbsp;5.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Anette Greger/Jochen Weingarten in <a href="Leipziger_Kommentar" title="Leipziger Kommentar">Leipziger Kommentar</a>. Band 6 §§ 69–79b, herausgegeben von <a href="Gabriele_Cirener" title="Gabriele Cirener">Gabriele Cirener</a>, <a href="Henning_Radtke" title="Henning Radtke">Henning Radtke</a>, <a href="Ruth_Rissing-van_Saan" title="Ruth Rissing-van Saan">Ruth Rissing-van Saan</a>, <a href="Thomas_R%C3%B6nnau" title="Thomas Rönnau">Thomas Rönnau</a>, <a href="Wilhelm_Schluckebier" title="Wilhelm Schluckebier">Wilhelm Schluckebier</a>, 13. Auflage, De Gruyter Berlin/Boston 2020. § 77 Rn. 13.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Albin_Eser" title="Albin Eser">Albin Eser</a>: <i>Adversatorische und inquisitorische Verfahrensmodelle. Ein kritischer Vergleich mit Strukturalternativen.</i> In: <a href="Friedrich-Christian_Schroeder" title="Friedrich-Christian Schroeder">Friedrich-Christian Schroeder</a>, Manuchehr Kudtratov (Hrsg.): <i>Die strafprozessuale Hauptverhandlung zwischen adversatorischem und inquisitorischem Modell</i>. Frankfurt am Main 2014, S. 11–29</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Statistisches_Bundesamt" title="Statistisches Bundesamt">Statistisches Bundesamt</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/Publikationen/Downloads-Gerichte/staatsanwaltschaften-2100260187004.pdf?__blob=publicationFile">Fachserie 10 (Rechtspflege), Reihe 2.6 (Staatsanwaltschaften), 2018</a></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Statistisches Bundesamt, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/Publikationen/Downloads-Gerichte/strafgerichte-2100230187004.pdf?__blob=publicationFile">Fachserie 10 (Rechtspflege), Reihe 2.3 (Strafgerichte), 2018</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">RGBl. S. 253; Materialien: <i>Die gesammten Materialien zu den <a href="Reichsjustizgesetze" title="Reichsjustizgesetze">Reichs-Justizgesetzen</a></i>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ub.uni-koeln.de/cdm/pageflip/collection/mono19/id/10937/type/compoundobject/show/10020/cpdtype/monograph/pftype/image#page/280/mode/2up">Bd. 3, Abt. 1, S. 268</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;datum=1921&amp;page=299&amp;size=45">RGBl. S. 229</a>, Art. III Nr. 6; Materialien: <i>Verhandlungen des Reichstags</i>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w1_bsb00000049_00534.html">Bd. 365, Nr. 1353</a></span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;datum=1924&amp;page=37&amp;size=45">RGBl. I S. 15</a>, § 36 (S. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;datum=1924&amp;page=42&amp;size=45">20</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;datum=1931&amp;page=635&amp;size=45">RGBl. I S. 537</a>, Sechster Teil, Kapitel&nbsp;1, §&nbsp;7 (S. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;datum=1931&amp;page=661&amp;size=45">563</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://lexetius.com/StPO/374,14">lexetius.com/StPO/374</a></span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable" style="border-top-style: solid; border-top-width: 1px; clear: both; font-size:95%; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="Vorlage_Rechtshinweis"><div class="noviewer noresize nomobile" style="display: table-cell; padding-bottom: 0.2em; padding-left: 0.25em; padding-right: 1em; padding-top: 0.2em; vertical-align: middle;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="skin-invert" typeof="mw:File"></span></div>
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